Backhaus für die Weihnachtskrippe

Hier möchte ich in losen Abständen ein wenig über meinen Bau eines Backhaus für die Weihnachtskrippe berichten. Los geht es mit ein paar Details zum Dachstuhl und ein paar Worten zu den verwendeten Werkzeugen.

Beginnen möchte ich mit den Werkzeugen die ich hierzu verwende.

Viel mehr als eine Japansäge, einen Schleifklotz von Permagrit und ein paar Feilen benötigt man nicht. Lediglich für ein paar Arbeitsschritte kommt ein kleiner Tellerschleifer von Proxxon zum Einsatz.

Zusätzlich braucht man natürlich noch ein Lineal, Geodreieck oder etwas Vergleichbares und einen Bleistift.

Den Bau begonnen habe ich mit ein paar Vorüberlegungen und Skizzen auf Papier. Hilfreich ist es immer eine Vorlage im Kopf zu haben. Google ist hier wie so oft ein guter Freund. Dann benötigt man noch ein Krippenmeter, eine Umrechnungsvorlage um den groben Maßstab zu den Krippenfiguren herstellen zu können.

Anschließend ging es dann ans Baumaterial einkaufen. Ich habe mich dazu entschieden das Haus in einer Holzkonstruktion zu erstellen. Hier bieten sich Fichtenleisten an. Stabil und trotzdem noch einigermaßen leicht zu bearbeiten. Nachteil: Die Leisten sind natürlich sehr perfekt. Also muss eine Abhilfe her. Ich gehe folgendermaßen vor:

Zuerst wird die Leiste auf die benötigte Länge zugeschnitten. Anschließend dann mit einem feineren Schmirgelpapier, oder bei mir mit der feinen Seite vom Permagrit Schleifklotz, die Ecken angeschrägt. Zuletzt nimmt man ein grobes Schleifmittel und fährt einige male mit starkem druck der Maser entlang. Dadurch bilden sich feine furchen. Ich habe versucht das hier bildlich fest zu halten, man sieht es aber fast nicht:

Das nur mal zur Vorarbeit. Jetzt geht es mit der Arbeit am Dachstuhl weiter.

Zuerst wird die vorbereitete Leiste mit den Kerben versehen, damit die Leiste später beim Verleimen sauber aufliegt und die Klebestelle einigermaßen groß ist. Man geht hier grob vor wie bei einem echten Dachstuhl in dem man den gewünschten Abstand von der Kerbe bis zum Leistenende misst und markiert. Anschließend feile ich mit der feinen rechtwinkligen Feile einen Keil hinein. Das sieht dann so aus:

Im Anschluss legt an die leiste an der gewünschten Stelle auf und markiert sich die Stelle für die obere Auflagestelle und wiederholt den Vorgang. Hat man nun so ein Leistenpaar zusammen beginnt der aufwändigste Teil, das Anpassen der beiden Leisten zueinander.

Zuerst platziert man beide Leisten voreinander und zieht mit Bleistift und Lineal mittig einen Senkrechten Stich.

Jetzt nehme ich den Tellerschleifer und arbeite mich gleichmäßig an beiden Leisten an die Markierung heran:

Immer wieder kontrollieren und wenn es passt sieht es so aus:

Jetzt noch Leim drauf und trocknen lassen:

Weiter geht es mit dem Backhaus. Einige der Arbeiten aus dem ersten Teil wiederholen sich jetzt natürlich sehr oft. Zum einen die Vorbehandlung sämtlicher Holzteile, also Ecken abschleifen und die Flächen mit dem groben Schleifmittel so bearbeiten das man hinterher die Furchen leicht sieht. Die nächsten Arbeitsschritte sind jetzt das Dach weiter zu bauen. Das geschieht weitestgehend wie schon beschrieben. Lediglich in der Mitte des Dachs wird jetzt noch eine zusätzliche Stütze eingebaut. Auch das unterscheidet sich nicht groß von den anderen Arbeiten: Holz grob ablängen, vorbearbeiten und dann sauber einpassen.

Wenn die Dachsparen dann soweit drauf sind kann mit der Verzierung des vorderen Teils des Dachstuhls begonnen werden. Wie ja eingangs schon mal erwähnt soll eine Fachwerkoptik entstehen. Schwierig sind die Arbeiten nicht, man muss nur einfach immer schön langsam vorgehen. Nicht das man am Ende getreu dem Motto: „Drei mal abgesägt und immer noch zu kurz“ arbeitet. Viel dazu schreiben will ich erst mal nicht und mal nur zwei Bilder für sich sprechen lassen.

Lediglich auf eines sollte man achten. Alle Verklebungen hier sind natürlich später sichtbar. Also sollte man darauf achten, dass man sämtlichen Leim der aus den Klebestellen austritt gleich vorsichtig entfernt. Hierzu eignet sich zum Beispiel ein Zahnstocher. Sollte man später das Holz beizen wollen muss man etwas penibler sein sonst kann die Beize nicht einziehen und es bleiben helle Stellen.

Heute geht es mit dem Fachwerk weiter. Es werden die letzten Holzteile eingepasst und wieder vorsichtig verleimt. Anschließend wird der letzte Dachsparen angepasst und verleimt. Die Schritte sind hier natürlich wieder die gleichen wie schon die letzten male, teilweise werden nur die Holzteile kleiner und man benötigt etwas mehr Zeit um sie anzupassen. Nach einigen Schleifereien sieht das Ergebnis dann so aus.

Jetzt noch der finale Blick von vorne, ist alles einigermaßen gerade?

Sieht ganz gut aus.

Als nächstes habe ich mir die Bodenplatte grob zugeschnitten, die wird allerdings erst in den nächsten Schritten dann wirklich genauer angepasst.

Da ich gerade auf weiteres Material warte habe ich mich dazu entschieden die Holzkonstruktion schon mal zu beizen. Da derzeit das Dach noch offen ist kommt man noch ganz gut an alle Stellen heran die später nur mit Verrenkungen der Finger zu erreichen wären.

Ich bin mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden, an manchen Stellen habe ich mit dem Leim etwas unvorsichtig gearbeitet aber es hält sich in Grenzen. Und zu perfekt soll das Ganze ja dann am Ende auch nicht aussehen.

Als nächstes werde ich mir nun die grobe Form des Ofens schneiden.

Für das Dach habe ich vom letzten Krippenbau meiner Elternnoch Holzschindeln gefunden, somit wird es mit den Holzschindeln eingedeckt.

Ab jetzt verlasse ich bekanntes Terrain und fange an den eigentlichen Ofen zu bauen. Aufgrund einiger Anregungen habe ich mich dazu entschieden dazu ein XPS Material als Kern zu verwenden und dieses dann mit Gipsbinden zu belegen. Soweit die Theorie, los geht’s:

Zuerst habe ich aus der großen Platte zwei Stücke grob ausgesägt. Hier kam wieder eine Japansäge zum Einsatz. Man könnte das Material auch mit einem Thermoschneider bearbeiten aber eine Säge tut es genauso. Die runde Form des Ofens habe ich dann mit einer Laubsäge ausgeschnitten. Auch hier könnte man mit einem Thermocutter genauso zum Ziel kommen. In den unteren Teil des Ofens habe ich dann eine Aussparung für das rote Flackerlicht eingeschnitten.

Jetzt fehlt noch ein Kamin, auch den habe ich einfach mit der Japansäge ausgesägt und dann an den Ofen und das Holzgebälk angepasst:

Alle weiteren Aussparungen am Ofen habe ich dann mit kleinen Messern gemacht.

Dann darf das gute Stück schon mal probe sitzen. Inklusive der späteren Ofentür:

Noch ein paar Worte zu den Verklebungen. Man kann XPS sicher mit vielen Klebstoffen verkleben, da ich als Modellbauer aber ein reichhaltiges Sortiment an Epoxidharzen im Keller habe, habe ich darauf zurückgegriffen. Sämtliche Verklebung XPS mit XPS, also zum Beispiel der Kamin mit dem oberen Ofenteil, habe ich mit 5 Minuten Epoxy durchgeführt. Die spätere Verklebung des fertigen Ofens mit der Grundplatte dann mit 30 Minuten Epoxy. Wer das nicht zuhause hat muss aber nicht extra welches bestellen. Zum einen gibt es deutlich gesündere Klebstoffe und andere halten vermutlich ähnlich gut.

Nachdem der Ofen nun also grob vorbereitet war ging es an das Verputzen. Wie eingangs erwähnt habe ich hierzu Gipsbinden verwendet. Da der Spaß doch etwas nass und schmutzig ist gibt es hier keine Fotos von den Zwischenschritten. Das Ergebnis sieht dann aber so aus:

Auf den Bildern sieht man, dass ich den oberen Teil des Ofens zuerst getrennt vom unteren Teil verputzt habe. So konnte ich leichter den Backraum verputzen. Man sieht auch, dass ich versucht habe mit Acrylfarben eine Verrußung darzustellen. Für die ersten Versuche bin ich relativ zufrieden.

Dann wurden Ober- und Unterteil des Ofens zusammengefügt.

Mit der Ablage vor dem Ofen bin ich zwar nicht so ganz zufrieden, die graue Fläche hätte etwas schöner werden können aber gut, den ein oder anderen Abstich gibt es wohl in jedem Projekt zu beklagen.

Nach einer Nacht zum endgültigen Trocknen geht es nun damit weiter aus den einzelnen Teilen das gesamte Backhaus zu erstellen. Zuerst habe ich den Ofen mit der Bodenplatte verklebt.

Anschließend dann das Holzgerüst. Während der Kleber noch am trocknen war habe ich dann schon mal grob angefangen den Steinboden zu legen.

Die Steine und das grobe Füllmaterial habe ich mit Leimwasser auf die Grundplatte geklebt. Man liest oft, dass man das im Verhältnis 1:1 herstellen soll. Das war zu flüssig und ich habe das deutlich zäher gemischt damit man es schön streichen kann aber nicht gleich alles davonläuft. Zuerst legt man dann die Steine in das Klebergemisch und füllt die Ritzen anschließend mit dem Füllmaterial.

Hier mal noch zwei Details:

Jetzt bekommt alles ausgiebig Zeit zum trocknen und anschließend kann man alle losen Steinchen runterschütteln.

Wie man sieht habe ich auf einem zweiten Brett eine Probefläche erstellt. Dort kann ich dann testen ob man den Weg auch noch ein wenig mit Acrylfarben bearbeiten kann.

Die nächsten Schritte bestehen dann noch daraus das Dach mit den Schindeln einzudecken und vielleicht noch ein paar Details anzubringen.

Bevor ich die Schindeln auf dem Dach anbringen kann müssen natürlich erst mal Dachlatten auf das Gebälk. Die Abstände sollten einigermaßen gleichmäßig sein aber genau abmessen muss man bei dem Schritt nicht.

Zu beachten gibt es lediglich, dass man die unterste Dachlatte aufdoppelt damit die unterste Reihe Schindeln (oder Ziegel) nicht flach auf dem Dach liegen, sondern in etwa den gleichen Winkel haben wie die darüber liegenden Schichten.

Sind dann alle Latten fest auf das Gebälk geklebt kann damit begonnen werden die Schindeln aufzukleben. Man beginnt natürlich mit der untersten Reihe und arbeitet sich dann Lage für Lage nach oben vor.

Ich habe mich dazu entschieden die Schindeln an den Ecken etwas anzuschrägen. Kann man machen muss man aber nicht.

Ich decke das Dach so ein, dass ich beide Dachseiten bis auf die oberste Reihe eindecke und dann erst die letzte Reihe auf beide Seiten einigermaßen aufeinander abstimme.

Auf der zweiten Seite müssen die Schindeln nun um den Kamin herum gelegt werden. Dazu habe ich jeweils eine Hilfslatte über und unter dem Kamin angebracht.

Irgendwann ist dann auch die letzte Schindel angebracht und das Dach ist geschlossen.

Die Schindeln werden anschließend noch mit Beize behandelt damit sie nicht ganz so neu wirken.

Als letztes werden jetzt noch ein paar Details angebracht. Zum einen habe ich versucht die feinen Steine zwischen den Bodenplatten mit ein wenig Acrylfarbe so zu behandeln das es aussieht als wären die Abstände mit Moos bedeckt. Und dann darf natürlich das Brennholz nicht fehlen mit denen der Ofen beheizt wird.

Und ein paar Scheite dürfen natürlich auch nicht im Ofen fehlen.

Mit diesen Bildern möchte ich meinen Bericht abschließen. Das Backhaus ist tatsächlich rechtzeitig vor Weihnachten fertig geworden und hat seinen Platz im Wohnzimmer neben dem Krippenhaus gefunden.