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Modellbau und Fotografie

Mein Weg zum Soulsgamer

Vermutlich jetzt bei vielen: Soulsgamer? Wasn das?

Also von vorne: Souls ist die Bezeichnung für die Spiele von FromSoftware, begonnen hat alles mit Demon’s Souls auf der Play Station 3 im Jahr 2009. Ein Spiel, entwickelt von Hidetaka Miyazaki, welches dir vom ersten Moment an sagt, “Was willst du hier? Du hast hier nichts verloren!” Entsprechend kann dich schon der erste und kleinste Gegner mit einem digitalen Lächeln im Gesicht aus der digitalen Welt wischen. Vom ersten Boss, nennen wir ihn Tutorialboss, ganz zu schweigen. Vermutlich sind 99,9% aller Spieler bei der ersten Begegnung gestorben. Muss man erwähnen, dass es keinen zweiten Versuch gibt? Dachte ich mir, ihr habt also verstanden.

Mir blieben die Spiele lange verborgen, FromSoftware ist jetzt nicht gerade bekannt im jährlichen Rhythmus neue Spiele herauszubringen. Noch dazu muss ich gestehen, ich hatte nie ein Play Station 3, bzw. war bis zur Play Station 4 überhaupt kein großer Konsolenfan.

Entsprechend hatte ich jahrelang keine Berührungen mit Soulsgames. Das erste Mal war als ich in einem Forum (ja, ich bin halt so alt) Screenshots von Dark Souls 3 gesehen habe. Lange Schwerter, aufwändige Rüstungen: Shut up and take my money. Ja was soll ich sagen? Ich war ja PC Gamer, ein Gamepad hatte ich nicht. Der Tutorialboss war also mein Ende, auch hier, irgendjemand überrascht? Eigentlich nicht. Dark Souls 3 war also das Schicksal von 90% meiner Steam DB vorenthalten, Pile of Shame ohne Chance auf Abarbeitung.

Dann zog wieder etwas Zeit ins Land, zu meiner Play Station 5 gab es das Demon’s Souls PS5 Remake dazu. Ja, mit Gamepad geht es dann doch etwas besser. Das Spiel hat aber trotzdem noch nicht so richtig gezündet. Das kam erst, wer will raten, genau Elden Ring.

Ich bin ja schon so ein “Wenn es alle gut finden muss ja was dran sein” Typ. Also her damit, mehr als ein weiterer Eintrag in der Pile of Shame kann ja nicht passieren. Was dann aber passiert ist war so nicht absehbar. Das Spiel faszinierte. Trotz fragwürdiger technischer Limitierungen (kein nativer Support von Ultra Wide Auflösungen, ernsthaft, wir haben 2024). Ja, ich bekam auf’s virtuelle Maul. Nicht einmal, nicht zwei Mal, hunderte Male. Trotzdem startete ich das Spiel regelmäßig und arbeitete mich hinein. Und ja, arbeiten ist zu Beginn wohl wirklich ein berechtigter Begriff. Man erlernt die absolut wichtigen Grundlagen, Timing, Parry und Dodge (ich verwende die englischen Begriffe, sie sind einfach der Standard hier). Die Tatsache, dass FromSoftware für Elden Ring eine Open World designed hat, erleichtert einem das. Wird man in Dark Souls auf einem mehr oder weniger fest vorgegebenem Pfad durch die Level geleitet und kann die noch härteren Gegner quasi nicht umgehen ermöglicht die offene Welt hier ein anderes Vorgehen.

Wer Elden Ring kennt, weiß, wer aus dem Tutorial Gebiet rausläuft und meint, “Hey, der etwas zu groß geratene Reiter mit seiner goldenen Rüstung sieht zwar schon dezent übertrieben aus aber er steht ja im Startgebiet, sooo schwer kann der ja nicht sein!” wird sehr schnell merken, der trägt die Rüstung und die Waffe nicht zum Spaß. Aber jetzt kommts, man kann ihn einfach stehen lassen (oder schnell rennen, um Ehre geht es hier nicht).

Man macht sich also mit der Welt vertraut. Schaut sich die ersten kleineren Gegner an, es streifen ein paar Gerüstete durch die Landschaft, Wölfe hat es auch, man, wie soll es anders sein, stirbt und fängt wieder an. Irgendwann entdeckt man den ersten Dungeon, kämpft sich durch und steht über kurz oder lang vor der bekannten Nebelwand, welche den Gebietsboss ankündigt. Und man schafft diese Dungeonbosse tatsächlich recht gut. Ja es gibt natürlich Unterschiede und manche reißen dir nicht nur den Allerwertesten auf, sondern alles, was nur aufreißbar ist, aber sie sind alle machbar. Timing, Dodge und Parry gehen mit jeder dieser Herausforderungen in Mark und Blut über. In den ersten Tagen kann man für jede Klasse schon Ausrüstung finden, die einem das Leben einfacher machen. Man bekommt mehr Tränke und auch Verstärkungsupgrades für die Tränke sind früh erreichbar.

Und dann wagt man es, der erste richtige Boss versperrt einem den weiteren Weg. Margit, das grausame Mal versperrt einem den Weg zu Schloss Sturmschleier. Über den Namen unterhalten wir uns nicht, der Blog würde zu viele Seiten füllen. Reden wir lieber über seinen Charakter oder besser seine Skills. Er springt quasi quer durch die Bossarena, führt schnelle Angriffe mit hoher Reichweite und noch höherem Schaden aus. Das Spiel gibt dir zu verstehen, Timing, Parry und Dodge oder du kommst hier nicht weiter.

Kürzen wir es etwas ab, ich bin weitergekommen, ich habe mich in das Spiel nicht nur reingearbeitet sondern reingelebt. Am Ende habe ich alle Bosse besiegt, alle möglichen Enden gesehen und alles Ingame-Erfolge erreicht, das Spiel also auf Platin gebracht, wie man es so schön bezeichnet. Das Spiel hat nicht umsonst etliche Preise und Game of the year Awards abgesahnt. Für mich persönlich war es mehr, es war das beste Spiel seit mindestens 10 Jahre, wenn nicht sogar das beste Spiel, dass ich jemals gespielt habe. Und das hinterlässt Spuren. Andere Spiele fordern einen nicht mehr, geben einem nicht die Emotionen bei Erfolgen, weil die Schwierigkeitsgrade nicht vergleichbar sind und so weiter. Die erste Reaktion war also, erst mal gar nichts mehr zu spielen. Dann kam das Verlangen wieder, Elden Ring noch einmal von vorne, neuer Char? Versuchen wir mal ein NG+ (New Game+, man startet mit dem bereits gespielten Char von Anfang an, behält aber alles, was man erspielt hat, die Gegner werden aber entsprechend schwerer), ja passt, aber man kennt zu viel, ich hab das NG+ zwar fast durchgespielt aber es ist einfach nicht vergleichbar.

War da nicht noch was? Ah genau, auf der Play Station habe ich noch Bloodborne, in Steam gammelt Dark Souls 3 seit Jahren rum. Mit welchem soll ich denn anfangen? Einzig legitime Antwort: Ja!

Am stärkesten fesselt mich tatsächlich Lies of P, das ist zwar kein FromSoftware Souls sondern “nur” ein Soulslike eines anderen Entwicklers, es schafft aber das gleiche Spielgefühl eines FromSoftware Titels zu erzeugen und Dark Souls 3, was auch daran liegt, dass ich beides am PC spielen kann. So sehr ich die PS5 mag, sie hängt am TV und der wird nicht nur von mir genutzt. Und wer sich auskennt, Bloodborne ist immer noch konsolenexklusiv, schade.

Warum jetzt aber diese Wall of Text? Willst du uns nicht endlich mal was zeigen? Ja will ich, mittlerweile fesseln mich die Souls so sehr, dass ich mich in OBS eingearbeitet habe und anfange die Bosskämpfe aufzuzeichnen. Wer sich also mal selbst ein Bild davon machen will, wird hier fündig. Aktuell habe ich drei Videos zu drei Darks Souls 3 Bossen aus dem Mid- bis Endgame, also schon eher dickere Brocken.

Fangen wir mit Yhorm dem Riesen und der Tänzerin aus dem Nordwindtal an:

Yhorm und die Tänzerin aus dem Nordwindtal

Der Bosskampf stellt das Ende einer langen Questreihe dar, bei der man Siegvard von Catarina begleitet. Die Quest endet damit, dass Siegvard einem seine Hilfe beim Kampf gegen seinen ehemaligen Freund Yhorm anbietet. Nach dem erfolgreichen Ende des Kampfs wird man direkt aus der Arena teleportiert und steht der Tänzerin aus dem Nordwindtal gegenüber. Zwei absolute Highlights in Dark Souls 3.

Oceiros, der verzehrte König

Das nächste Video ist der Kampf gegen Oceiros, der verzehrte König. Sah Yhorm schon ziemlich streng aus, Oceiros legt hier nochmal richtig einen obendrauf. Wer nicht in Souls ist oder ganz allgemein kein Gamer ist, wird hier wohl erst mal etwas erschrocken sein. Und hätte sich FromSoftware hier nicht sogar mal selbst zensiert, der Kampf wäre noch eine Nummer härter, trägt Oceiros in der Alpha-Version des Spiels noch sein eigenes Kind auf dem Arm.

Meister GundyrMeister Gundyr, oder auch der Tutorialboss auf Steroide. Rein optisch sind wir wieder weg von den Schrecken wie Oceiros. Gundyr sieht aus wie ein normaler Ritter in groß. Der Kampf ist deswegen nicht weniger anspruchsvoll, im Gegenteil. Aber seht selbst, das Ende kommt nicht von ungefähr.

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